Aktuelle Baustellen

Ersatzneubau Brücke Hengstey - aktueller Sachstand

Überblick

Die Brücke Hengstey hat eine Länge von 88 m und eine Gesamtbreite von 39 m. Die ursprüngliche Brücke wurde 1960 mit zwei getrennten Überbauten hergestellt. 1985 erfolgte die Verbreiterung des Bauwerkes im Zuge des 3-streifigen Ausbaus der A1. Alle vier Teilbauwerke (TBW) entsprechen nicht mehr den Anforderungen an ein leistungsfähiges Brückenbauwerk und sind zu ersetzen.
Aktuell ist der Rückbau des TBW 3 abgeschlossen, die Arbeiten an dem Neubau laufen. Ab 2021 beginnen dann die Arbeiten am Abriss und Neubau des äußeren Teilbauwerks in Fahrtrichtung Köln.

Rückbaukonzept

Die Brücke Hengstey unterführt im Mittelfeld der Brücke 8 elektrifizierte und hochfrequentierte Bahngleise. Da während der Baumaßnahmen sowohl der fließende Verkehr auf den Anlagen der DB AG als auch auf der A1 gewährleistet werden muss, war ein entsprechendes Rückbauverfahren zu wählen. Zur Risikominimierung wurden nach Auftragserteilung an die ARGE Bemo/ Metrostav weitere Optimierungen am Rückbaukonzept vorgenommen. Dieses optimierte Verfahren ermöglicht einen umfangreichen Baufortschritt bei möglichst wenigen Sperrpausen der unterführten Gleise.
Die Leichterungsarbeiten wie z. B. Kappenrückbau und Abfräsen der Fahrbahn erfolgten bereits. Parallel dazu wurden die Gerüstträger antransportiert und montiert.
Die beiden Stahlträger dienten als Kranbahn und haben jeweils eine Höhe von 4,20 m sowie eine Länge von 75 m. Die Anlieferung erfolgte in 12 m - Elementen mit je 36 t Gewicht. Die Elemente wurden wegen der großen Bauteilhöhe mittels Spezialtransporten angeliefert.
Das Mittelfeld über der Bahn wurde zuerst ausgebaut. Arbeiten über der Bahn, die den statischen Zustand der Brücke verändern, müssen aus Sicherheitsgründen in Sperrpausen ausgeführt werden. Die Sperrpausen wurden von der Bahn nur nachts für jeweils 6 Stunden genehmigt, so dass die Schneidarbeiten und das Ausheben und Verfahren der Brücke in vielen kleinen Arbeitsschritten erfolgen musste. Diese Arbeiten fanden also hauptsächlich in der Nacht statt.
Das zu verfahrende Mittelfeld über der Bahn hatte ein Gewicht von 650 t und wurde nach dem Trennen im Ganzen um ca. 2,30 m angehoben und in Fahrtrichtung Köln über das Endfeld verschoben. Dort erfolgte das Zerschneiden in transportable Elemente und der Abtransport über die A1.
Vorbereitend wurde in einer ersten Sperrpause im Mai 2019 ein verfahrbares Schutzgerüst über den Gleisanlagen eingebaut. Das Gerüst ist hydraulisch verfahrbar, überspannt alle Gleise und sichert die Anlagen der DB AG vor Beeinträchtigungen durch Bauaktivitäten. Im Januar 2020 wurde das Gerüst in die erforderliche Rückbauposition gebracht.